Forschungsfokus Infektionsepidemiologie

Das Institut für Infektionsepidemiologie setzt seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Instrumenten und Methoden, um die Krankheitslast von Infektionskrankheiten zu bestimmen und reduzieren. Dabei erfolgt z.B. auch die Analyse von Präventionsstrategien im Kampf gegen persistierende und neue Infektionen und Erreger. 

Bei der serologischen Differenzierung zwischen impf-und infektionsinduzierter Immunantwort konzentrieren wir uns auf Erreger viraler Hepatitis und Krankheiten mit hoher epidemiologischer Krankheitslast, wie Grippe oder Masern, die durch Impfungen vorgebeugt werden können. Ziel ist es, unsere Differentialserologie zu einem zentralen diagnostischen Instrument weiterzuentwickeln, das zuverlässig in bevölkerungsbasierten Studien, Ausbruchssituationen oder Pandemien eingesetzt werden kann.  Daher setzen wir unseren Fokus auf die Entwicklung neuer diagnostischer Ansätze, die für epidemiologischen Studien und Fragestellungen optimiert sind, wie z.B. die Multiplex Serolomics Plattform unter Verwendung der Luminex®-basierte Technologie. Dies ermöglicht es, multiple Antikörper aus verschiedenen Infektionen mit einem Minimum an Serum in einem einzigen Assay zu testen.. Im Rahmen der globalen SARS-CoV-2 Epidemie haben wir einen Multiplex-Serologietest (MULTI_COV-AB) zur Messung von endemischen und Cpnademische Coronaviren induzierten Antikörperreaktionen entwickelt . Das etablierte  Testsystem sowohl detaillierte Informationen über die gebildeten Antikörper gegen SARS CoV-2 Antigene also auch gegen Antigene aller  endemischen Coronaviren (OC43, NL63, 229E und HKU1). 

Der Test generiert  so hochauflösende Daten, um auf Bevölkerungsebene, die spezifische serologische Prävalenz von SARS-CoV-2 im Vergleich zu anderen Atemwegsviren, die Dauer einer SARS-CoV-2 schützenden Immunantwort oder die SARS-CoV-2-Infektionsanfälligkeit unter den Studienteilnehmer*innen zu beurteilen.Eine der Vorteile der von uns genutzten Luminexplattform ist deren hohe Flexibilität. Dies wird durch die kontinuierliche Evolution von SARS-CoV-2 und das Auftreten neuartiger SARS-CoV-2-Stämme deutlich. Das verwendete Multiplexverfahren erlaubt die kontinuierliche Erweiterung unseres Assaypanels um "variant of concern"-bezogene Antigene. Derzeit umfasst unserer Antigenpanel die Rezeptorbindungsdomänen (RBDs) der Alpha- (B.1.1.7), Beta- (B.1.351), Gamma- (P.1) und Delta-Varianten (B.1.617.2) sowie die RBDs der Epsilon- (B.1.429), Eta- (B.1.525), Cluster 5- und A.23.1-Linien.