Projekte Translationale Virologie

Identifikation neutralisierender Antikörper gegen HEV

In enger Zusammenarbeit mit dem Team von Prof. T. Krey (Universität zu Lübeck, Institut für Biochemie, Deutschland) untersuchen wir in wieweit humane, monoklonale Antikörper eine Therapieoption gegen das Virus darstellen. Insbesondere die Pandemie mit SARS-Cov-2 hat gezeigt, dass diese Strategie sicher und effektiv sein kann. Wir fokussieren uns hierbei auf Antikörper, welche Personen mit überstandener HEV Infektion in ihrem Blut aufweisen. Ziel ist diese Antikörper zu identifizieren, zu synthetisieren und später als Therapie zu nutzen. Hierbei spielt die Evaluation der identifizierten Antikörper zum einen im Hinblick auf ihre Fähigkeit das Virus am Eintritt in die Zelle zu hindern (neutralisieren) eine wichtige Rolle. Zum anderen möchten wir Antikörper identifizieren, die sämtliche Subtypen des Virus (sog. Genotypen) binden und neutralisieren. 

Extrahepatische Vermehrung des Hepatitis E-Virus

Eine Infektion mit HEV ist bei einigen Personen assoziiert mit extrahepatischen Manifestationen wie neurologischen Beschwerden oder Nierenfunktionsverschlechterungen. Zudem können bei Infektionen mit dem Genotyp 1 und 2 (prävalent vor allem in Afrika) schwere Verläufe im Rahmen von Schwangerschaften auftreten. Bislang ist unklar, ob diese extrahepatischen Manifestationen durch eine direkte Infektion des jeweiligen Organsystems (Neuronen, Plazentazellen, Nierenzellen) verursacht werden oder indirekt sind. Wir nutzen daher unser in der Zellkultur generiertes Virus, um eine mögliche Infektion von verschiedenen humanen Zellen unterschiedlicher Organsysteme zu testen. Diese Untersuchungen werden aufdecken, ob eine direkte Infektion dieser Organe mit dem Virus möglich ist und haben Implikationen für das Monitoring von HEV-Patienten im Rahmen einer Infektion. 

Inaktivierung von Hepatitis E

Das am TWINCORE etablierte, effiziente Zellkultursystem für HEV ermöglicht die Analyse unterschiedlicher Inaktivierungsmethoden des Virus. Aktuell wenden wir diese an, um die Inaktivierung des Virus durch kommerziell erwerbbare Handdesinfektionsmittel zu analysieren. Die daraus erworbenen Erkenntnisse werden die hygienische Maßnahmen, die im Falle einer Infektion getroffen werden, maßgeblich beeinflussen.

Publikationen

Behrendt P, Bremer B, Todt D, Brown RJ, Heim A, Manns MP, Steinmann E, Wedemeyer H: Hepatitis E Virus (HEV) ORF2 Antigen Levels Differentiate Between Acute and Chronic HEV Infection. J Infect Dis 2016, 214(3):361-368.

Behrendt P, Bremer B, Todt D, Steinmann E, Manns MP, Cornberg M, Wedemeyer H, Maasoumy B: Significant compartment-specific impact of different RNA extraction methods and PCR assays on the sensitivity of hepatitis E virus detection. Liver Int 2021, 41(8):1815-1823.

Schlevogt B, Kinast V, Reusch J, Kerkhoff A, Praditya D, Todt D, Schmidt HH, Steinmann E, Behrendt P: Chronic Hepatitis E Virus Infection during Lymphoplasmacytic Lymphoma and Ibrutinib Treatment. Pathogens 2019, 8(3).

Todt D, Friesland M, Moeller N, Praditya D, Kinast V, Bruggemann Y, Knegendorf L, Burkard T, Steinmann J, Burm R et al: Robust hepatitis E virus infection and transcriptional response in human hepatocytes. Proc Natl Acad Sci U S A 2020, 117(3):1731-1741.