Projekte Translationale Virologie

Einfluss von immunmodulatorischen Medikamente auf die Vermehrung des Hepatitis E-Virus

Das Hepatitis E-Virus hat typischerweise einen selbstlimitierenden Verlauf und verursacht nur in ca.1-2 % der Fälle klinische Beschwerden. Menschen, die immunsupprimiert sind (z.B. Menschen nach Organtransplantation), laufen Gefahr eine dauerhafte Infektion auszubilden mit dem konsekutiven Risiko einer Leberfunktionsverschlechterung bis hin zum Leberversagen.  In der Klinik ergeben sich in den letzten Jahren zunehmend neue Therapieansätze, die an unterschiedlichen Stellen des Immunsystems ansetzen. Der Einfluss dieser neueren Medikamente auf das Hepatitis E-Virus sind jedoch nicht bekannt und sind wichtig zu verstehen um das Risiko z.B. von chronischen Infektionen im Rahmen der Anwendung bestimmter Medikamenten abschätzen zu können. 

Inaktivierung von Hepatitis E

Das am TWINCORE etablierte, effiziente Zellkultursystem für HEV ermöglicht die Analyse unterschiedlicher Inaktivierungsmethoden des Virus. Aktuell wenden wir diese an, um die Inaktivierung des Virus durch kommerziell erwerbbare Handdesinfektionsmittel zu analysieren. Die daraus erworbenen Erkenntnisse werden die hygienische Maßnahmen, die im Falle einer Infektion getroffen werden, maßgeblich beeinflussen.

Extrahepatische Vermehrung des Hepatitis E-Virus

Eine Infektion mit HEV ist bei einigen Personen assoziiert mit extrahepatischen Manifestationen wie neurologischen Beschwerden oder Nierenfunktionsverschlechterungen. Zudem können Infektionen mit dem Genotyp 1 und 2 (prävalent vor allem in Afrika) schwere Verläufe im Rahmen von Schwangerschaften auftreten. Bislang ist unklar, ob diese extrahepatischen Manifestationen durch eine direkte Infektion des jeweiligen Organsystems (Neuronen, Plazentazellen, Nierenzellen) verursacht wird oder indirekt sind. Wir nutzen daher unser in Zellkultur generiertes Virus, um eine mögliche Infektion von verschiedenen humanen Zellen unterschiedlicher Organsysteme zu testen. Diese Untersuchungen werden aufdecken, ob eine direkte Infektion dieser Organe mit dem Virus möglich ist und hat Implikationen für das Monitoring von HEV-Patienten im Rahmen einer Infektion.