Arbeitsgruppe Translationale Virologie

Die Nachwuchsforschungsgruppe „Translationale Virologie“ bearbeitet virologische Fragestellungen aus dem klinischen Alltag infizierter Patienten mit Hilfe von grundlagenwissenschaftlichen Techniken. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Diagnostik oder Therapie in der Klinik zu verbessern. Dazu besteht eine sehr enge Verzahnung mit der Medizinischen Hochschule Hannover.

Unser thematischer Schwerpunkt liegt auf dem Hepatitis E-Virus (HEV), dem häufigsten viralen Auslöser einer akuten Leberentzündung. Das Virus hat in den vergangenen Jahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen. 2018 wurde festgestellt, dass HEV eine Vielzahl von Personen in Deutschland betrifft. Einer von etwa 800 bis 1000 Blutspendern ist mit Hepatitis E infiziert, das Robert-Koch-Institut schätzt, dass jedes Jahr in Deutschland ca. 420.000 Personen Kontakt mit dem Virus haben. Die Forschung zu HEV steckt bislang jedoch noch in den Kinderschuhen.

Um diesen Wissenslücken entgegenzuwirken wurde in den letzten Jahren ein effizientes Zellkultursystem entwickelt, welches die Untersuchung der verschiedenen Vermehrungsschritte des Virus erlaubt. In enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern haben wir dabei den Einfluss verschiedener Medikamente, bei denen schwere Verläufe der Infektion aufgetreten sind, auf den Lebenszyklus des Virus untersucht. Aktuell testen wir die Aktivität unterschiedlicher Hand-Desinfektionsmittel auf ihre Fähigkeit das Virus zu inaktivieren, welches Implikationen für die hygienische Praxis haben wird. Darüber hinaus erfolgt durch Unterstützung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) die Analyse von viralen Faktoren und deren Beeinflussung des klinischen Verlaufes einer Infektion. Dieses soll zukünftig das Abschätze des Verlaufes der Infektionskrankheit erlauben.