Infektionsimmunologie

Infektionsimmunologie

Am Institut für Infektionsimmunologie beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Tim Sparwasser mit einer Reihe aktueller Fragestellungen im Bereich der Infektionsbiologie. Dabei geht es ihnen vor allem um ein besseres Verständnis der Erreger-Wirt Interaktionen sowie den Mechanismen, die der Entstehung und Regulation der infektions-assoziierten Immunantwort zugrunde liegen. In diesem Zusammenhang werden am Institut z.B. Fragestellungen zur Rolle des genetischen Hintergrunds und molekularer Prozesse spezifischer Immunzellen für die Bekämpfung von Infektionen untersucht. Ein wichtiger Fokus dabei ist, durch die Erforschung grundlegender Zusammenhänge neue Möglichkeiten für die Modulation der Immunantwort zu identifizieren mit dem Ziel, die gewonnen Erkenntnisse in klinische Anwendungen zu überführen.

Infektionskrankheiten stellen auch heute noch weltweit ein massives Problem dar. In Europa tragen z.B. Infektionen der unteren Atemwege mit Erregern wie Streptococcus pneumoniae erheblich zu Erkrankungen der Lunge bei und Enden nicht selten tödlich, trotz des Vorhandenseins von Impfstoffen gegen diesen Erreger. Zusätzlich stellt die steigende Zahl an Infektionen mit multi-resistenten Bakterien, wie z.B. dem Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis eine weitere Bedrohung für die Gesundheit in unserer Gesellschaft dar. Die Errungenschaften der modernen Medizin, vor allem im Bereich der Transplantations- und Intensivmedizin haben die Lebenserwartung in den westlichen Ländern erheblich erhöht. Allerdings sehen wir dadurch auch ein verstärktes Auftreten bestimmter opportunistischer (z.B. mit CMV oder Candida) und nosokomialer Infektionen (z.B. mit Clostridium difficile), die neben den weiteren Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft wie Autoimmunerkrankungen und Krebs eine erhebliche Belastung für unser Gesundheitssystem darstellen.

Ein wesentlicher Grund für das Auftreten dieser Erkrankungen stellt eine ungenügende oder fehlgeleitete T-Zell-abhängige Immunantwort dar. Obwohl Impfungen zu den wichtigsten und effektivsten Errungenschaften der Medizin gehören, ist die Entwicklung von neuen, verbesserten Adjuvantien notwendig, um eine stärkere T-Zell Antwort zu induzieren. Zudem gehört die Suche nach neuen Impfstoffen, vor allem gegen multi-resistente Bakterien wie M. tuberculosis, zu den größten Herausforderungen in der medizinischen Forschung. Ein neuer Ansatz zur Bekämpfung von Infektionen und den damit verbundenen Krankheiten, der sich weniger mit dem Erreger selbst befasst, ist das Konzept der „Immunmodulation“, bei der z.B. die T-Zell Antwort direkt beeinflusst wird. Eine vielversprechende Möglichkeit dazu bieten z.B. niedermolekulare mikrobielle Metaboliten, die am Institut für Infektionsimmunologie charakterisiert und auf ihre immun-modulatorische Aktivität getestet werden.

Mitteilungen

28. Juni 2018

Langkettige Fettsäuren beeinflussen nicht die Bildung von Gedächtnis- und regulatorischen T-Zellen

T-Zellen sind die Wächter unseres Immunsystems. Sie zirkulieren in großer Zahl in unserem Blut und erst wenn sie benötigt werden, bilden sie ihre jeweilige Spezialfunktion aus – beispielsweise zur T-Helferzelle, zur zytotoxischen...


13. April 2018

Einfluss des Immunzell-Fettsäurestoffwechsels auf die Tuberkulose-Abwehr

Dass der Fettsäurestoffwechsel die Funktion bestimmter Immunzellen beeinflusst – beispielsweise von T-Zellen – ist inzwischen bekannt und belegt. Aber welche konkrete Bedeutung haben Veränderungen im Metabolismus von Immunzellen...


06. April 2018

Neue Impfstrategie gegen Tuberkulose

Infektionen mit Mycobacterium tuberculosis gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Jedes Jahr infizieren sich nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation WHO über zehn Millionen Menschen mit den Bakterien – etwa...


19. Februar 2018

Neuartige Adjuvantien aus Myxobakterien - HiLF Stipendium für Jenny Kühne

Dendritische Zellen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems, da sie unsere angeborene und erworbene Immunabwehr miteinander verbinden. Sie sind nicht nur sehr komplex und wandelbar – Dendritische Zellen gelten zudem...


01. Dezember 2017

Deutsch-französischer DFG-ANR Grant für Luciana Berod

Unser Immunsystem ist ein Orchester aus unterschiedlichsten Immunzellen, das uns im fein abgestimmten Zusammenspiel vor Krankheitserregern, Fremdstoffen und Fehlentwicklungen im Organismus schützt. Das funktioniert in der Regel...