Arbeitsgruppe Virale Proteomik

Die Arbeitsgruppe “Virale Proteomik” hat es sich zum Ziel gesetzt, die zugrundeliegenden biochemischen Prinzipien einer Infektion von Wirtszellen durch Viren zu verstehen. Der Kern unserer Studien ist die Untersuchung der frühen Phase der Virusinfektion, sprich des Eindringens des Virus in die Wirtszelle. Mit Hilfe von hochauflösender quantitativer Proteomik untersuchen wir Protein-Interaktionen während des Viruseintrittes. So gelang es uns in den vergangenen Jahren, Protein-Interaktionen und ihre Rolle während des Hepatitis C Virus (HCV) Eintrittes, mit Fokus auf dem HCV Rezeptor CD81, aufzuklären. CD81 gehört zur Familie der Tetraspanine, die als Wirtsfaktoren beim Eintritt diverser Pathogene, darunter Alphaviren und dem Malariaparasit Plasmodium, fungieren. Langfristig kann die Identifizierung von Wirtsfaktoren für die Entwicklung von Antiinfektiva genutzt werden.

Die aus den HCV Versuchen gewonnen Erkenntnisse dienen als Grundlage für unsere Projekte zum Eintrittsprozess von humanpathogenen Vertretern des Alphavirus Genus und von humanem Norovirus. Insbesondere untersuchen wir Proteinnetzwerke in der Wirtszelle, die das Virus während des Zelleintritts für seine Zwecke nutzt. Ein solcher Alphaviruseintrittsfaktor ist das Tetraspanin-9, welches zur gleichen Proteinfamilie wie CD81 gehört. Unsere Arbeit zu CD81 erlaubt es uns, Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Interaktom beider Tetraspanine aufzudecken und die Proteinnetzwerke direkt zu vergleichen. Weiterhin werden wir die durch Bindung des Viruspartikels an die Zelloberflache  induzierten Proteinnetzwerke abbilden und neue Rezeptoren identifizieren. Dies wird neue Möglichkeiten im Bereich der Medikamentenentwicklung eröffnen, und zum Verständnis von Wirts- und Gewebetropismus beitragen, zwei Faktoren, die Virustransmission und Pathogenese maßgebend bestimmen.

Vom 15.-17.10.2019 fand der 17. GfV Workshop Zellbiologie im Kloster Schöntal statt. Die Organisatoren Gisa Gerold und Pierre-Yves Lozach konnten erneut renommierte internationale Experten als Keynote Referenten gewinnen: Ileana Cristea, Princton, USA; Gisou van der Goot, EPFL, Schweiz; Felix Rey, Pasteur, Frankreich; und Kai Grünewald, HPI und Oxford, Deutschland & UK.
Die 46 Teilnehmer diskutierten unter anderem die Rolle von Lipiden und Proteininteraktionen bei der Virusinfektion. Die beiden Preise gingen in diesem Jahr an Melina Vallbracht, AG Mettenleiter, Friedrich-Löffler-Institut für den besten Vortrag und Jana Koch, AG Lozach, Universitätsklinikum Heidelberg für das beste Poster.

Mitteilungen

23. Juli 2018

Proteinkomplex für den Hepatitis C-Viruseintritt in Leberzellen aufgeklärt

Nach wie vor sind über 70 Millionen Menschen chronisch mit dem auf die menschliche Leber spezialisierten Hepatitis C-Virus infiziert. Mit antiviralen Medikamenten kann die Infektion inzwischen gut behandelt werden. Allerdings...


06. November 2017

Robert-Koch-Postdoktoranden-Preis für Virologie 2017 für Gisa Gerold

Dr. Gisa Gerold erhielt am 3. November 2017 den von der Robert-Koch-Stiftung verliehenen Postdoktoranden Preis für Virologie 2017 in Anerkennung ihrer Untersuchungen zur Biologie von Hepatits C-Virus-Infektionen. Der mit 5000...


29. Juni 2017

Vernetzungsstipendium der Deutschen Leberstiftung für Gisa Gerold

Dr. Gisa Gerold vom Institut für Experimentelle Virologie erhielt anlässlich des 14. HepNet Symposium am 23. Juni 2017 vom Vorsitzenden des Stiftungsrates  Prof. Dr. Michael P. Manns, das Vernetzungs-Stipendium für den...