Arbeitsgruppe Virale Proteomik

Die Arbeitsgruppe “Virale Proteomik” hat es sich zum Ziel gesetzt, die zugrundeliegenden biochemischen Prinzipien einer Infektion von Wirtszellen durch Viren zu verstehen. Der Kern unserer Studien ist die Untersuchung des Eindringens und der Replikation von Viren in Wirtszellen. Mit Hilfe von hochauflösender quantitativer Proteinanalytik untersuchen wir Protein-Interaktionen während des Viruslebenszyklus. In den vergangenen Jahren haben wir Protein-Interaktionen während der Infektion mit dem chronischen Hepatitis C Virus (HCV) sowie mit neu aufkommenden Insekten-übertragbaren Viren charakterisiert. Diese Studien weiten wir derzeit auf das neue SARS-CoV-2 aus. Langfristig kann die Identifizierung von Wirtsfaktoren für die Entwicklung von Antiinfektiva genutzt werden und zu verstehen helfen, warum Viren verschiedene Gewebe und Wirte infizieren. 

Das neue Aufkommen von Viren stellt eine globale Herausforderung dar, die durch anthropogene Veränderungen der Ökosysteme beschleunigt wird. Beispielsweise konnten sich Virus-übertragende Stechmückenarten durch den Klimawandel nach Europa ausbreiten. Anhand Stechmücken-übertragbarer Viren, wie dem Chikungunyavirus, und neu aufkommender Viren, wie dem SARS-CoV-2, beleuchten wir Proteinnetzwerke, die bei der Virusinfektion zum Tragen kommen. Hierzu verwenden wir Proteomiktechniken. Unsere Arbeit zielt darauf ab, Ähnlichkeiten und Unterschiede von sogenannten zoonotischen Viren, d.h. Viren, die zwischen Tier und Mensch übertragen werden, herauszuarbeiten. Dies wird neue Ansatzpunkte für die Entwicklung antiviraler Medikamente und das Verständnis von Wirts- und Gewebetropismus liefern, was schlussendlich zur Risikoabschätzung von Übertragungswegen, Krankheitsverläufen und dem Pandemiepotential von Viren beiträgt.

Nachruf Stefan Kunz

Mitteilungen

31. März 2020

Forschungsprojekte zu SARS-CoV-2 am TWINCORE

Aktivitäten zu neuartigem Coronavirus gestartet


23. Juli 2018

Proteinkomplex für den Hepatitis C-Viruseintritt in Leberzellen aufgeklärt

Nach wie vor sind über 70 Millionen Menschen chronisch mit dem auf die menschliche Leber spezialisierten Hepatitis C-Virus infiziert. Mit antiviralen Medikamenten kann die Infektion inzwischen gut behandelt werden. Allerdings...


06. November 2017

Robert-Koch-Postdoktoranden-Preis für Virologie 2017 für Gisa Gerold

Dr. Gisa Gerold erhielt am 3. November 2017 den von der Robert-Koch-Stiftung verliehenen Postdoktoranden Preis für Virologie 2017 in Anerkennung ihrer Untersuchungen zur Biologie von Hepatits C-Virus-Infektionen. Der mit 5000...


29. Juni 2017

Vernetzungsstipendium der Deutschen Leberstiftung für Gisa Gerold

Dr. Gisa Gerold vom Institut für Experimentelle Virologie erhielt anlässlich des 14. HepNet Symposium am 23. Juni 2017 vom Vorsitzenden des Stiftungsrates  Prof. Dr. Michael P. Manns, das Vernetzungs-Stipendium für den...