Arbeitsgruppe Computergestützte Virologie

Jeder Mensch trägt Millionen kleiner Veränderungen in seinem Genom, die definieren, wer wir sind, die uns aber auch anfälliger für Krankheiten machen können. Wir sind daran interessiert, das komplexe Zusammenspiel dieser genetischen Variationen mittels rechnergestützter Methoden zu analysieren, um diejenigen Veränderungen zu identifizieren, die mit dem Verlauf oder dem Schweregrad einer Krankheit im Zusammenhang stehen. Innerhalb von RESIST arbeiten wir eng mit Gesine Hansen und Thomas Pietschmann zusammen, um genetischen Determinanten für eine schwere Infektion mit dem humanen respiratorischen Syncytialvirus (RSV) bei Kleinkindern aufzudecken.

Darüber hinaus möchten wir verstehen, ob das Virom, also die Gesamtheit aller mit einem Menschen assoziierten Viren, einen weiteren Faktor der Infektionsanfälligkeit darstellt. Wir haben kürzlich einen Workflow zur Hochdurchsatz-Identifizierung viraler Genome in Sequenzierungsdaten entwickelt, mit dem wir die Viromzusammensetzung einer großen Menge an Proben von kranken und gesunden Personen charakterisieren werden. Wir werden auch nach unbekannten tierischen Viren suchen, die eng mit pathogenen menschlichen Viren verwandt sind und daher als experimentelle Modelle dienen oder neue Einblicke in Virulenzfaktoren und die Virusevolution liefern können. Letztendlich wollen wir bekannte oder neu entdeckte Viren mit Krankheiten ungeklärter Ursache in Verbindung bringen.

Mitteilungen

24. Juni 2020

Neue Forschergruppe „Computergestützte Virologie“ am TWINCORE

Chris Lauber erhält von RESIST geförderte W1-Professur