Twinningprojekte

Translation - im Sinne des TWINCORE - ist lebendige Infektionsforschung, die sich aus vielen einzelnen Projekten zusammensetzt. Diese Projekte stehen in direktem Bezug zu neuen diagnostischen Methoden oder Therapien und verknüpfen Grundlagenforschung mit klinischen Problemen. Das Spektrum reicht vom Zellkulturexperiment über die Ausbildung von Translationsforschern und Prüfärzten bis zum Pharmaconsulting - immer mit dem Ziel, Wissenschaft und Patienten zusammen zu führen. In der deutschen Infektionsforschung ist dieses Translationsmodell einzigartig. Es demonstriert, wie die Zusammenarbeit zwischen Partnern der unterschiedlichsten Disziplinen funktionieren kann - und wie solche Kooperationen den Forschungshorizont erweitern.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit spiegelt sich - außer in den Translationalen Forschergruppen - auch in unseren Twinningprojekten wieder. 

Twinning stammt von twin = Zwilling und meint in der Wissenschaft die enge Kooperation zwischen zwei Arbeitsgruppen, die von zwei Seiten an einem Problem arbeiten. Am TWINCORE sind das Projekte, in denen sich Grundlagenwissenschaftler mit Klinikern oder anderen Grundlagenwissenschaftlern treffen, um gemeinsam neue Wege in der klinisch angewandten Forschung und zu neuen Diagnose- oder Therapiemethoden zu beschreiten.

Die derzeitigen Twinningprojekte am TWINCORE

In einem gemeinsamen Projekt mit der Arbeitsgruppe Chemische Biologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung durchsuchen Mitarbeiter der Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Thomas Pietschmann (Institut für Experimentelle Virologie) und Dr. Florenz Sasse Substanzbibliotheken nach neuen Wirkstoffen gegen das Hepatitis C Virus. Sie werden im Hochdurchsatz-Verfahren an den von Thomas Pietschmann entwickelten Leberzellsystemen untersucht.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Carlos Guzmán vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung untersuchen Forscher des Instituts für Experimentelle Virologie, wie das Immunsystem auf eine Impfung mit einem abgetöteten Hepatitis-C-Virus reagiert. Derzeit prüfen die Wissenschaftler, wie stark und langfristig eine solche Immunisierung bei Mäusen ausfällt. In Zukunft werden sie die Impfung an humanisierten Mäusen untersuchen - um noch besser abschätzen zu können, wie sich ein solcher Impfstoff im Menschen verhalten könnte.

Enge Kooperationen verbinden Prof. Dr. Thomas Pietschmann mit der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der MHH - Prof. Dr. Michael Manns:

In einer neuen Studie untersucht Dr. Patrick Behrendt, Assistenzarzt an der Klinik für Gastroenterologie, Faktoren die den Verlauf der HCV Infektion bei Menschen mit Übergewicht beeinflussen. Übergewicht bei HCV Patienten ist mit einer erhöhten Viruslast und einem schlechteren Therapieansprechen assoziiert. Die Molekularen Grundlagen dieses Zusammenhangs sind bisher unklar. Durch die Arbeiten am TWINCORE wird geprüft, wie sich hormonelle Änderungen, die im Zusammenhang mit Übergewicht auftreten, auf die HCV Vermehrung und die Interferontherapie auswirken.

Angeborenes Chaos im Immunsystem haben die Arbeitsgruppe Biomarker für Infektionskrankheiten und die Kinderklinik der MHH im Fokus. PD Dr. Frank Pessler vom TWINCORE und Prof. Ulrich Baumann sowie PD Dr. Almuth Meyer-Bahlburg von der MHH untersuchen gemeinsam angeborene Immundefekte. ... [mehr]