Zell- und Gentherapie

Zell- und Gentherapie

Die Leber ist das größte Organ des Körpers, es besteht aus außergewöhnlichen Strukturen im Gallengangssystem und in der Gefäßversorgung und kann bei Schädigungen mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit zur Regeneration reagieren. Das exokrine Gallengangssystem verbindet die apikale Oberfläche jedes einzelnen Hepatozyten durch winzige Gallengangskanäle, die Hering´schen Kanäle und schließlich durch die großen Gallengänge mit dem Duodenum. Die endständigen Verästelungen der Portalvene und der hepatischen Arterie drainieren das Blut in die hepatischen Sinusoide, die mit einem fenestrierten diskontinuierlichen Endothel ausgekleidet sind. Das Leberparenchym wird von den Hepatozyten gebildet stellt zahlreiche hepatische Funktionen bereit u.a., Eiweiß, Fett- und Zuckerstoffwechsel oder auch hormonelle Aktivitäten. Es ist daher nicht überraschend, dass die meisten angeborenen Lebererkrankungen die einzelnen Funktionen von Hepatozyten betreffen. Neue Behandlungsstrategien in diesem Forschungsbereich beinhalten Zelltherapien, Gentherapien und, seit kurzem, die Genkorrektur des zugrundeliegenden Defektes.
Die Gastarbeitsgruppe Zell- und Gentherapie, die von Prof. Dr. med. Michael Ott geleitet wird, entwickelt neue therapeutische Konzepte für  angeborene, akute und chronische Lebererkrankungen, die das hepatozelluläre Karzinom mit einbeziehen.

Der schnelle Verlust von Hepatozyten und ihrer spezifischen Funktionen wird als der Leitbefund des akuten Leberversagens betrachtet. Obwohl die regenerative Kapazität beim akuten Leberversagen nur vorübergehend gestört ist, kann diese Funktionsstörung bei Unterschreitung einer Schwelle zum systemischen Organversagen und zum Tod des Patienten führen.
Langdauernde Schädigungen der Leber stimulieren anfänglich regenerative Prozesse, resultierten letztlich aber in einer Vernarbung des Gewebes und einer überschießenden Ablagerung von Bindegewebe, u.a. dem Kollagen. Fibrose und Zirrhose (Endstadium) der Leber sind das Endresultat solcher chronischen Schädigungen, welche durch zahlreiche Mediatoren vermittelt werden, darunter metabolische Störungen, persistierende Infektionen, Autoimmunerkrankungen, allergische Reaktionen, chemische Noxen oder Bestrahlung. Die chronische Lebererkrankung ist auch ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung des hepatozellulären Karzinoms, das in der Welt zu den drei häufigsten tumorbesdingten Todesursachen gehört.
In der Arbeitsgruppe verfolgen die Wissenschaftler Techniken wie die zelluläre Reprogrammierung, den Gentransfer, die Genkorrektur, die Stammzell- basierte Gewebebildung, Mikro-RNAs und Trankriptionsfaktoren, um neue therapeutische Ansätze für chronische und akute Lebererkrankungen zu finden.

Mitteilungen

02. März 2016

Reinhart Koselleck-Projekt der DFG für Michael Ott

Fünf Jahre Forschungsförderung für zukunftsweisende Ideen zur Lebertransplantation - Jährlich sterben etwa 70.000 Menschen allein in Europa an Leberversagen. In den meisten Fällen sind Infektionskrankheiten - wie Hepatitis C...