Dienstag 28. März 2017

Georg-Forster-Forschungspreis für Hugo Luján als Startschuss für eine neue Forschungskooperation

Mit dem Georg-Forster-Forschungspreis zeichnete die Alexander von Humboldt-Stiftung am 24. März den argentinischen Wissenschaftler Professor Dr. Hugo Daniel Luján in Bamberg beim 45. Symposium für Forschungspreisträgerinnen und Forschungspreisträger aus. Prof. Dr. Tim Sparwasser, Direktor des Instituts für Infektionsimmunologie des TWINCORE, nominierte Hugo Luján für den mit 60.000 Euro dotierten Preis für renommierte Wissenschaftler aus Entwicklungs- oder Schwellenländern. Mit der Preisverleihung wird eine enge translationale Forschungskooperation zwischen der medizinischen Fakultät der Katholischen Universität Córdoba und dem Institut für Infektionsimmunologie fortgesetzt.

Das Forschungsgebiet Hugo Lujáns ist die zelluläre und molekulare Biologie medizinisch relevanter Parasiten. Er entwickelte die erste Schluckimpfung gegen tierische Einzeller. „Schluckimpfungen sind besonders geeignet, um große Gruppen von Menschen zu immunisieren“, sagt Tim Sparwasser. „Daher ist das Konzept der Schluckimpfung für diverse Infektionserkrankungen sehr interessant.“ Professor Luján ist Experte für Infektionserkrankungen, die von Giardia lamblia, einem parasitischen Flagellaten, ausgelöst werden.  Es ist ihm gelungen, die Antigene des Parasiten so zu manipulieren, dass Giardia lamblia daran gehindert wird, sich vor dem Immunsystem zu verbergen. Diese Antigene haben besondere immunologische Eigenschaften und die Wissenschaftler aus Hannover und Córdoba wollen sie nun zunächst charakterisieren und anschließend für orale Vakzinierungsstrategien gegen Mycobacterium tuberculosis und andere Erreger von Atemwegsinfektionen adaptieren. Diese Forschungskooperation fördert die Alexander von Humboldt-Stiftung und Hugo Luján wird im September dieses Jahres zu einem ersten mehrmonatigen Forschungsaufenthalt an das TWINCORE kommen. „Wir kooperieren seit Jahren eng auf verschiedenen Ebenen miteinander. Ich freue mich nun sehr auf diese wissenschaftliche Zusammenarbeit, nachdem wir erst kürzlich gemeinsam den Deutsch-Argentinischen Masterstudiengang AMIBA ins Leben gerufen haben“, sagt Tim Sparwasser.