Patientenkohorten- und klinische Beobachtungsstudien

Auch wenn in der Klinik viele Infektionen bereits recht gut diagnostiziert werden können, ist es häufig schwierig, den individuellen Krankheitsverlauf vorherzusagen. Durch die Analyse vieler Patientinnen und Patienten mit ähnlichen oder gleichen Infektionskrankheiten, sogenannte Kohortenstudien, erfahren wir mehr über die Krankheitsentstehung und über Faktoren, die den Krankheitsverlauf bei der jeweiligen Infektion beeinflussen. Ebenso können umfangreiche Analysen von Patientinnen und Patienten, die mit dem gleichen Medikament behandelt werden, wertvolle Hinweise auf die Wirkweise, Wirksamkeit und Nebenwirkungen des Medikaments im menschlichen Körper geben.

Genetische Ursachen einer schweren RSV-Infektion bei Kleinkindern

Viele Neugeborene erkranken in den ersten Lebensmonaten an einer Atemwegsinfektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV). In den meisten Fällen verläuft die Infektion harmlos. Einige Neugeboren entwickeln jedoch sehr schwere Infektionen, die zum Tod führen können. Wir suchen nach genetischen Merkmalen, die eine Vorhersage des Verlaufs der Infektion erlauben, um gefährdete Kinder mit Präventionsmaßnahmen schützen zu können.

Infektionen des Zentralnervensystems

Infektionen des Zentralnervensystems (ZNS) sind klinisch oft nicht von nicht-infektziösen entzündlichen Erkrankungen des ZNS zu unterscheiden; auch ist es in vielen Fällen nicht möglich, den ursächlichen Krankheitserreger zu identifizieren. Wir suchen daher nach Markern in der Hirnflüssigkeit von Patientinnen und Patienten, die eine präzise frühzeitige Diagnose und Prognose ermöglichen.

Serolomik

In Kohortenstudien untersuchen wir über Analysen des Seroloms die gegen das Hepatitis B Virus gerichtete humorale Immunität. Durch die Unterscheidung von Impfantworten und natürlichen gegen das Virus gerichteten Immunantworten können wir Aussagen über die Durchseuchung von Bevölkerungsgruppen mit dem Virus treffen.

Klinische Studie zur Wirksamkeit der Grippeimpfung (Influenza) bei älteren Menschen

Ältere Menschen haben ein besonders hohes Risiko, eine lebensbedrohliche Grippe (Infektion durch Influenzaviren) zu erleiden. Deshalb ist die Influenza-Impfung insbesondere für Ältere empfohlen – jedoch lässt die Wirksamkeit gerade dieser Impfung im Alter nach. Wir analysieren die Immunantwort auf die Grippeimpfung gezielt bei älteren Menschen. Insbesondere suchen wir nach Markern, die bereits vor der Impfung eine Vorhersage der Impfantwort ermöglichen, um Personen mit einer unzureichenden Immunfunktion frühzeitig besonderen (individualisierten) Impfstrategien zuzuführen.