Kontakt:
Prof. Dr. Tim Sparwasser
Direktor Institut für Infektionsimmunologie
TWINCORE,
Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung GmbH
Feodor-Lynen-Str. 7
30625 Hannover
Tel.: 0511-220027-201
Fax: 0511-220027-203
E-Mail: tim.sparwasser(at)twincore.de
Infektionsimmunologie

Impfungen sind die effektivsten Maßnahmen gegen Infektionserkrankungen - und ein großer Erfolg der medizinischen Forschung. Obwohl es gegen viele Infektionserreger inzwischen sehr wirkungsvolle Impfstoffe gibt, sterben jedes Jahr Millionen Menschen an Atemwegsinfektionen, Durchfallerkrankungen, Tuberkulose, Malaria und AIDS: Hier fehlen bislang geeignete Impfstrategien. Besonders schwierig ist es, die komplexen Reaktionen des Immunsystems auszulösen, wenn der Impfstoff kein abgeschwächter vollständiger Krankheitserreger ist, sondern z.B. nur aus reinen Eiweißbestandteilen besteht.
Am "Institut für Infektionsimmunologie" suchen Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Tim Sparwasser nach neuen Strategien, um Impfstoffe zu verbessern. Die Forscher untersuchen dabei Zellen des Immunsystems, die sozusagen am Anfang und am Ende einer Immunantwort stehen.
Den Anfang machen die Dendritischen Zellen. Sie sind Teil des angeborenen Immunsystems, erkennen Erreger von Infektionskrankheiten über sogenannte Mustererkennungsmoleküle und sind Zielzellen für die Impfung. Sind sie alarmiert, ist der erste Schritt in der Abwehrkaskade getan. Wichtige Fragen, die der Arzt und Mikrobiologe und sein Team sich stellen: Welche Rolle spielen die verschiedenen und hochspezialisierten Typen von Dendritischen Zellen in den unterschiedlichen Infektionen? Welche Bedeutung haben die Mustererkennungsmoleküle als Angriffspunkte für neue therapeutische und vorbeugende Maßnahmen?
Gegenspieler der Dendritischen Zellen sind die Regulatorischen T-Zellen. Sie verhindern, dass das Immunsystem überreagiert und könnten gerade in chronischen Infektionen von Erregern ausgenutzt werden. Eine optimale Impfstrategie sollte beide Zelltypen einbeziehen. Sie würde Dendritische Zellen aktivieren und verhindern, dass Regulatorische T-Zellen die gewünschte Immunreaktion bremsen.
Seit Januar 2010 baut Dr. Matthias Lochner - zuvor Institut Pasteur, Paris - eine Nachwuchsgruppe auf. Er beschäftigt sich mit der "Interaktion von DCs, Th17-Zellen und Tregs in gastrointestinalen Infektionen". Matthias Lochner untersucht insbesondere Faktoren, die essentiell für die Entstehung von Lymphgewebe im Darm und für die Entwicklung von T-Zell-Subpopulationen (Th17, Tregs) sind. Diese Zellen regulieren die Immunantwort und spielen im Darm eine besondere Rolle bei Autoimmunerkrankungen und chronischen Infektionen.
Über sogenannte "Twinning Projekte" kooperiert das Institut für Infektionsimmunologie eng mit der Klinik (z.B. Pädiatrie, MHH) und dem HZI (z.B. Experimentelle Immunologie), um translationale Ansätze der Immuntherapie und Immundiagnostik zu ermöglichen.
Langfristiges Ziel der Forscher am "Institut für Infektionsimmunologie" ist es, durch neue Modellsysteme und die daraus gewonnenen Erkenntnisse, Impfstoffe sowohl effektiver als auch verträglicher zu machen.


